Abrechnung mit dem Ex ?!

Kaum jemand, der diese nicht kennt: Frust, Zorn, Trauer – vielfältige Gefühle kommen in einem hoch, wenn eine Beziehung auseinander geht, der eine den anderen verletzt hat. In extremen Fällen kann es zu folgender Gefühlsreihe kommen:

Phase 1: Die Tatsache der Trennung ist noch nicht verarbeitet, ergo noch nicht im Bewusstsein angekommen. Verdrängung.

Phase 2: Diese kann zwischen Selbstmitleid und hemmungsloser Feierei variieren; entscheidend dabei ist häufig der Faktor, wer sich von wem trennte.

Phase 3: Sollte man der Part des Duos sein, der verlassen wurde, so könnte nun Zorn aufkommen. Wut mischt sich womöglich darunter. Auch Rachegedanken können sich in die Reihe der vorangehenden Attribute einfügen.

Wie gestalten sich nun solche Rachegedanken in der modernen Zeit? Die Briefe des Ex verbrennen – etwas zu romantisch und angesichts der heutigen Zeit wegen fehlenden Materials kaum zu realisieren. Das Auto zerkratzen – auf St. Pauli gut möglich, dass dieser Akt der Rache nie als solcher erkannt wird. Ob dies an dem ohnehin desolaten Zustand des Vehikels liegt oder dem dem Stadtteil bereits assimilierten Vandalismus, sei dahin gestellt.

Kreativität bitte! In diesem Stadtteil ist man doch so geistreich, so eloquent, phantasievoll, nicht auf den Mund gefallen! Wenn man sich also wirklich an jemanden rächen will, dann greift man sich das heikelste Thema dieser Tage und macht es sich zu Nutze. Wohnungsnot! Es reicht eine einzige Anzeige in einem einzigen Immobilienportal mit dem Titel “Schöne 5 Zimmer Altbauwohnung auf St. Pauli”, eine kurze Beschreibung zu Größe und Ausstattung (Balkon und Terrasse!) und dem Hinweis “Ohne Maklercourtage”. Nun füge man nur noch die genaue Adresse mit Hausnummer und die korrekte Handynummer mit der Bitte, bei jeglichen Fragen “einfach anzurufen”, hinzu, und gebe noch einen allgemeinen Besichtigungstermin an einem Sonntagvormittag (auch ohne Anmeldung sei man herzlich willkommen, die Wohnung zu besichtigen) an. Fertig.

Ein an der Haustür hängendes Schild ließ jegliche Hoffnung der Wohnungsuchenden platzen – der Ärger, den der Bewohner der fünf Zimmer gehabt haben muss, wird weitaus immenser gewesen sein.

Dieses Schild hing an der Tür am Tag der "Besichtigung"

Dieses Schild hing an der Tür am Tag der "Besichtigung"

Das hier beschriebene Szenario ist rein fiktiv – zumindest, was die Vorgeschichte des Beziehungsendes angeht. Wer die Ironie an dieser Stelle noch nicht heraus gelesen haben sollte, dem sei an dieser Stelle mitgeteilt: ein solch asoziales Verhalten sollte bei jedem gesund denkenden Bürger jeglichem Verständnis für die Situation des Urhebers der falschen Anzeige entbehren, denn dieser schadete nicht nur dem / der Geschädigten, sondern auch den zahlreichen Wohnungssuchenden!

Fassunglos!

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